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  Nevada light


Nevada light von Gradient

Bilder

9.08.2013

Der mittlerweile schon recht bewährte Nevada, steht nun auch als Leichtversion zu Verfügung. Mit einem Gewicht von 4,18 kg in der Größe 26 liegt er gut im Rennen mit seinen Konkurrenten. Die Reduktion von über einem Kilogramm gegenüber dem normalen Nevada wurde hauptsächlich durch die Verwendung von leichterem Tuch erreicht.
Das Leinenkonzept ist sehr übersichtlich und vor allem "bedienerfreundlich". Mit nur 230m Gesamtleinenlänge beim 26er konnten die Stammleinen des Hybrid Dreileiners auf je zwei Leinen pro Tragegurt reduziert werden. Der geteilte A Tragegurt ist dann logischerweise mit je einer Leine bestückt. Die Stabiloleine hängt zusätzlich noch auf dem B Tragegurt. Durch die doppelten Diagonalzellen konnten auch die Zahl der Anlenkpunkte stark geschmälert werden, ohne dass der Flügel an der Profiltreue leidet.
Bei der Versteifung der Eintrittskante ging Gradient einen etwas anderen Weg. Schmale Mylarstreifen und darin eingenähte Nylonstäbchen halten die Kante in startbereitem Zustand.
Das Bodenhandling ist mit dem Nevada light denkbar einfach. Die wenigen Leinen, (Stammleinen ummantelt, 1. und 2. Galerie nicht ummantelt), sind schnell sortiert und der Flügel ist startklar.
Beim Start füllt sich der Nevada light schnell und gleichmäßig, steigt jedoch recht langsam in den Scheitelpunkt und gibt dem Piloten also ausreichend Zeit um Korrekturen umzusetzen. Die Überschießtendenz ist dabei kaum ausgeprägt. Das langsame Steigen praktiziert der Flügel übrigens auch bei viel Wind. Lediglich bei starkem Wind und steilen Startplätzen muss der Nevada im Scheitelpunkt angebremst werden.
In der Luft erweist sich der Nevada als kleines Steigwunder. Dies merkt der Pilot besonders dann, wenn die Verhältnisse schwach werden. Mit dem idealen Zusammenspiel von wenig Gewicht und wenig Bremse kann man dem Flügel die besten Steigwerte entlocken. Das Feedback über Bremse und Sitzbrett ist ausgesprochen gut, sodass es für den Piloten ein Leichtes ist den Kern des Aufwindes zu finden. Grobmotorisches Verhalten bestraft der Nevada light zwar nicht mit der Peitsche, es führt aber dazu, dass man die Vorteile dieses Flügels nicht nutzen kann.
In turbulenten Verhältnissen erwies sich der Nevada light als recht stabiler Genosse, selbst im beschleunigten Zustand.
Der B-Stall ist grundsätzlich recht einfach zu handeln. Der anfängliche Zug ist einfach zu überwinden und nach dem strömungsabriss kippt der Flügel mäßig nach hinten ab. Die Sinkwerte sind mit etwa 8m/sec ganz ordentlich, die Kappe bleibt sehr ruhig und führt auch keine Drehbewegung aus. Beim Ausleiten ging bei allen meinen B-Stalls der Flügel in einen kurzen Sackflug. Die Zeit diese Sackfluges liegt etwa bei einer Sekunde, danach fährt der Flügel wieder problemlos an.
Leitet man die Steilspirale ohne Wingover ein, dauert es ein wenig bis der Flügel in die Steilspirale abkippt. Die Sinkwerte liegen nach zwei Umdrehungen deutlich unter 14m/sec. Für höhere Sinkwerte braucht der Nevada einige Umdrehungen. Wird eine Spirale mit Sinkwerten deutlich über 14m/sec ausgeleitet, setzt der Flügel die Restenergie sofort in Höhe um. Eine Tendenz zu einer stabilen Spirale konnte ich keine feststellen.
Provozierte Klapper bis 50% steckt der Nevada light ohne nennenswerte Reaktionen weg. Geht die Deformation deutlich darüber hinaus geht der Flügel etwas auf die Nase und die Drehgeschwindigkeit wird schneller mit anschließender Verlangsamung. Beim Öffnen verhaken sich die Mylar/Stäbchen Verstärkungen ab und zu an den Leinen. Abhilfe schafft ein kurzer Steuerimpuls auf der geklappten Seite.
Resümee:
Wenn auch das langsame Steigen der Kappe in der Aufziehphase für mich etwas gewöhnungsbedürftig war, in der Luft ist der Nevada light der perfekte Flügel um den Kollegen das Leben schwer zu machen. Der Nevada zeigt sehr gut an was sich in der Luft abspielt und macht es so dem Piloten einfach das beste Steigen im Bart zu finden. Auch in punkto Sicherheit zeigte der Nevada light kaum Schwachpunkte. Trotzdem möchte ich behaupten, dass der Flügel für Anfänger und Piloten die sehr wenig fliegen nicht geeignet ist.

Weitere Infos gibt es auf der Seite von Turnpoint und natürlich auf der Gradientseite